Methodik

Jede Zahl hat eine Quelle. Fehlt sie, steht da „nicht offengelegt“.

Wir schätzen nichts, glätten nichts und füllen keine Lücken. Was hier steht, wurde aus einem amtlich offengelegten Abschluss gelesen — automatisiert, mit Verweis auf Dokument, Geschäftsjahr und Veröffentlichungsdatum.

1 · Quellen

Woher die Abschlüsse kommen

DAX und MDAX: Börsennotierte Konzerne veröffentlichen ihren Konzernabschluss im Unternehmensregister als ESEF-Paket (maschinenlesbares iXBRL). Wir laden das Paket, lesen die getaggten Werte und speichern zu jedem Wert den XBRL-Tag. Neue Veröffentlichungen werden nachts erkannt und eingelesen.

Alle anderen Firmen: Jahresabschlüsse nach HGB aus dem Unternehmensregister (ab Geschäftsjahr 2022) bzw. dem Bundesanzeiger (ältere Jahre). Der Abruf filtert auf Rechnungslegungsunterlagen, damit nicht versehentlich ein Gewinnverwendungsbeschluss oder eine Stimmrechtsmitteilung gelesen wird.

Register und Insolvenz: Registerdaten aus dem Handelsregister, Insolvenz-Check gegen ein Archiv der amtlichen Insolvenzbekanntmachungen seit 2020. Für natürliche Personen (z. B. e.K.) zeigen wir keine Personendaten und keinen Insolvenz-Check.

2 · Lesen

Wie aus einem Abschluss Zahlen werden

Aus ESEF-Paketen zählen nur Werte ohne Dimension (also Konzernsumme, keine Segmente), mit Skalierung und Vorzeichen wie getaggt. Je Feld gibt es eine feste Liste von Tags; der erste vorhandene gewinnt:

Bilanzsummeifrs-full:Assets
Eigenkapitalifrs-full:Equity
Umsatzifrs-full:Revenue · RevenueFromContractsWithCustomers
Jahresergebnisifrs-full:ProfitLoss
Operatives Ergebnisifrs-full:ProfitLossFromOperatingActivities
Operativer Cashflowifrs-full:CashFlowsFromUsedInOperatingActivities
Verbindlichkeitenifrs-full:Liabilities (sonst Bilanzsumme − Eigenkapital, gekennzeichnet)

HGB-Abschlüsse liegen als Text vor. Ein Parser liest die Posten der Bilanz und GuV; ein Teil der Dokumente läuft zur Kontrolle zusätzlich durch ein Sprachmodell, Abweichungen werden protokolliert. Der Tooltip jeder Zahl nennt Abschluss, Geschäftsjahr, Veröffentlichungsdatum und Tag bzw. Datei.

3 · Rechnen

Kennzahlen

Kennzahlen werden nur gerechnet, wenn alle Eingaben im Abschluss stehen. Prozentveränderungen gibt es nur, wenn der Vorjahreswert positiv ist — aus „Verlust zu Gewinn“ wird kein „+300 %“.

EigenkapitalquoteEigenkapital / Bilanzsumme × 100
UmsatzrenditeJahresergebnis / Umsatz × 100
Umsatzwachstum(Umsatz − Umsatz Vorjahr) / Umsatz Vorjahr × 100 — nur wenn der Vorjahresumsatz > 0
EBIT-MargeOperatives Ergebnis / Umsatz × 100
Liquidität 3. GradesUmlaufvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten

Die Vergleichszeile stellt die Eigenkapitalquote dem Vorjahr und dem Median der gespeicherten Firmen desselben Index gegenüber (Banken und Versicherer getrennt, mindestens drei Firmen). Einen Branchenwert nach WZ-Code gibt es nicht — dafür fehlt eine belastbare Datengrundlage. Alle 36 Kennzahlen des MCP-Werkzeugs

4 · Urteil

Wie der Urteilssatz entsteht

Die Schlagzeile über jeder Firma wird einmal beim Einlesen erzeugt, nicht beim Seitenaufruf. Ein Sprachmodell bekommt ausschließlich die berechneten Kennzahlen und Vorjahreswerte — keinen Geschäftsbericht, keine Presse.

Danach prüft ein Validator jeden Satz: Jede Zahl muss (gerundet) aus den Eingabewerten ableitbar sein — und zwar zu dem Thema, neben dem sie steht (Umsatz, Gewinn, Eigenkapital …), und als Stand oder als Veränderung, je nachdem, was der Satz behauptet. Ein Gewinn von 417.000 Euro ist kein „417.000 Euro mehr Gewinn“. Richtungswörter wie „wächst“ oder „spart“ müssen zur tatsächlichen Veränderung passen, und es darf keine Person genannt werden. Fällt ein Satz durch, wird er verworfen; nach zwei Versuchen greift ein regelbasierter Vorlagensatz. Der Ton ist pointiert, die Aussage bleibt belegt.

Das farbige Etikett vergibt nicht das Modell, sondern eine feste Regel (erste passende gewinnt):

  • ÜBERSCHULDETEigenkapital negativ (nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag nach § 268 Abs. 3 HGB bzw. negatives IFRS-Eigenkapital) — vor allen anderen Etiketten
  • NUR BILANZFirma legt nur eine (verkürzte) Bilanz offen, keine GuV
  • BANK/VERSICHERERandere Bilanzstruktur; Balken zeigt Eigenkapital vs. Verbindlichkeiten
  • GELDMASCHINEUmsatzrendite ≥ 10 % und Eigenkapitalquote ≥ 40 %
  • WACHSTUM AUF PUMPUmsatz +15 % oder mehr, aber Jahresergebnis ≤ 0
  • SCHRUMPFTUmsatz −5 % oder weniger gegenüber Vorjahr
  • VERLUSTZONEJahresergebnis negativ
  • SOLIDEkeine der obigen Regeln greift

5 · Grenzen

Was die Seite nicht kann

  • Kleine Kapitalgesellschaften legen oft nur eine verkürzte Bilanz offen — dann gibt es keine GuV-Werte.
  • Konzernabschlüsse (IFRS) und Einzelabschlüsse (HGB) sind nicht direkt vergleichbar.
  • Geschäftsjahre können vom Kalenderjahr abweichen; maßgeblich ist das Jahr, in dem das Geschäftsjahr endet.
  • Automatisiertes Lesen kann irren. Im Zweifel gilt das verlinkte Originaldokument.

Keine Anlageberatung. Zahlen aus amtlichen Offenlegungen, automatisiert gelesen.

Dieselbe Antwort bekommt dein Claude, ChatGPT oder Cursor.

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